Bürgerinitiative

Mehr Sicherheit in Großhansdorf

Aktuelles

BISG Mitgliederversammlung am 26.03.2026

Erfreuliches aus der Kriminalstatistik

Am 26. März hielt die Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf e.V.“ (BISG) ihre 32. Jahresmitgliederversammlung im Rathaus von Großhansdorf ab, zu der sie unter den Gästen Axel Pitschmann, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, sowie zwei Vertreter der Polizei Stormarn begrüßen durfte.

Felix Schmidt, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalpolizeistelle Ahrensburg, folgte auch dieses Jahr der Einladung der BISG und berichtete über die aktuelle Kriminalitätsentwicklung im Kreis Stormarn und insbesondere in Großhansdorf mit erfreulichen Zahlen: So ist die Gesamtkriminalität im Kreis Stormarn im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent wiederum zurückgegangen, bei gleichzeitiger Steigerung der Aufklärungsquote um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar wurde ein Anstieg bei der Gewaltkriminalität, insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt, festgestellt, insgesamt überwogen jedoch die positiven Entwicklungen, unter anderem verminderten sich die Angriffe auf Polizeibeamte. Doch auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Kreis Stormarn deutlich zurück.

Für Großhansdorf zeichnete sich mit einem Rückgang um zwei Drittel ein besonders positives Bild ab: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 30 Fällen im Jahr 2024 auf nur noch 10 Fälle im Jahr 2025. „Wenn man bedenkt, dass wir von 28 Wohnungseinbrüchen pro Monat im Jahr 1994, dem Gründungsjahr der Bürgerinitiative, kommen, dann ist das heute ein wirklich sehr gutes Ergebnis“, unterstrich Hans-Jürgen Bendfeldt, Vorsitzender der BISG, diese erfreuliche Entwicklung. Er ist zuversichtlich, dass die Bürgerinitiative, die es in dieser Form im Kreisgebiet nur in Großhansdorf gibt, zumindest einen Beitrag dazu leisten konnte. Die BISG will sich deshalb auch künftig aktiv für die Sicherheit in Großhansdorf einsetzen und den engen Austausch mit Polizei und Gemeinde fortführen.

In erster Linie ist diese positive Entwicklung jedoch auf die intensivierten Maßnahmen der Polizei zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität zurückzuführen, unter anderem mit verstärkter länderübergreifender Zusammenarbeit. So berichtete EKHK Schmidt von einer erfolgreichen Kooperation mit der Hamburger Polizei, die Tatverdächtige ermittelt hatte, beobachten ließ und schließlich gezielt bei deren nächstem Tatvorhaben in der Nachbarstadt festnehmen lassen konnte. EKHK Schmidts erklärtes Ziel ist es, die Zahlen noch weiter zu senken. Dazu setzt die Polizei weiterhin auch auf Prävention: Bürgerinnen und Bürger können sich aktiv zu Sicherungstechniken beraten lassen. Der nächste Präventionsstab wird im kommenden Herbst wieder in der Region unterwegs sein.

Für den zweiten Vortrag des Abends stellte sich Polizeihauptkommissar Sascha Gudat vor, der seit dem 1. Juli 2025 neuer Leiter der Polizeidienststelle Großhansdorf ist. Er rückte zunächst das Thema Verkehrssicherheit in den Mittelpunkt.

Landesweit, so PHK Gudat, sind zwar die Zahlen zu Verkehrsunfällen und Verletzten weiterhin rückläufig, demgegenüber ist jedoch ein Anstieg der Verkehrstoten auf insgesamt 94 zu verzeichnen, acht mehr als im Vorjahr. Auch die zunehmende Zahl verunglückter Kinder sollte zu denken geben. Diese Sorge brachten manche Teilnehmer in ihren Wortmeldungen zum Ausdruck: Zum einen wurde sich über zu schnelles Fahren in bestehenden Tempo-30-Zonen – etwa im Papenwisch in Nähe einer KiTa – beklagt. Zum anderen wurden fehlende geschwindigkeitsbegrenzte Zonen thematisiert, beispielsweise am Hasselkamp, wo zahlreiche Kinder wohnen und spielen. In diesem Zusammenhang stellte PHK Gudat klar, dass in Schleswig-Holstein nicht die Polizei über das Aufstellen von Verkehrsschildern entscheidet, sondern die Straßenverkehrsbehörde.

Zur Veranschaulichung der im Gebiet Großhansdorf / Amt Siek polizeilich festgestellten knapp 750 Verkehrsverstöße im Jahr 2025 hatte PHK Gudat eine Übersicht erarbeitet, der die Schwerpunkte der Verstöße zu entnehmen waren: Geschwindigkeitsverstöße belegten darin mit 1,6 Prozent den vorletzten Platz, Grundregelverstöße mit knapp 27 Prozent den ersten und am dritthäufigsten mit über 100 Verstößen kam es zu „Unerlaubtem Entfernen vom Unfallort“. Deshalb riet PHK Gudat dazu, immer die Polizei zu benachrichtigen, auch bei geringfügigen Lackschäden, verursacht etwa durch zu weites Öffnen der Autotür.

Ein weiteres Thema waren die sogenannten Schockanrufe. Eine Teilnehmerin berichtete von solch einem Anruf, den sie kürzlich erhalten hatte. Aufgrund ihres zögernden Verhaltens brach der Anrufer das Gespräch jedoch ab, sodass kein Schaden entstand. Die Polizei rät in solchen Fällen dringend, umgehend die Notrufnummer 110 zu wählen und den Vorfall zu melden. PHK Gudat erinnerte daran, dass die Polizei niemals Bargeld, Gold, Schmuck oder EC-Karten einfordert. „Auch gibt es in Deutschland bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft keine ‚Kaution‘ am Telefon, um eine Untersuchungshaft abzuwenden“, ergänzte Schmidt.

Nach den Gastvorträgen und der Verabschiedung der Gastredner berichtete der Vorsitzende Hans-Jürgen Bendfeldt über die Arbeit der Bürgerinitiative und ging unter anderem auf die Entwicklung der Beobachtungstouren der aktiven Mitglieder ein, die mit ihren „grünen Westen“ im Ort durchaus sehr positiv wahrgenommen werden.

Zur Entwicklung der Altersstruktur wird ein wohl ernstzunehmender Zahlendreher präsentiert: „Lag das Durchschnittsalter bei der Gründung des Vereins noch bei 37 Jahren, so liegt es heute bei 73 Jahren“, erläuterte Hans-Jürgen Bendfeldt die Veränderung.

Deshalb setzt die Initiative auch künftig auf öffentlichkeitswirksame Maßnahmen wie regelmäßige Stammtische, Schnuppertouren, Infostände sowie die Zusammenarbeit mit dem neu etablierten Netzwerk Ehrenamt, um neue Mitglieder zu gewinnen. „Mitmaken!“, Titel des Ehrenamts-Festivals am 2. Mai, wird somit auch wörtlich genommen.

Zunehmende Pressepräsenz, überwiegend im Markt und Waldreiter, verstärken diese Maßnahmen, wusste Monika Mohrdieck, stellvertretende Vorsitzende, zu berichten und lobte das Engagement ihres für die Pressearbeit zuständigen Vorgängers Karl-Heinz Schult-Bornemann, der sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Anfang 2026 erfuhr ein ausführlicher Bericht über die BISG von Ben Niehuus, Hamburger Abendblatt, nicht nur im Ort besondere Aufmerksamkeit, sondern auch bei einer Berliner Filmproduktionsfirma. Über die daraus resultierenden Dreharbeiten für die Nordreportage „Kampf gegen Einbrecher“ wurde bereits in der April-Ausgabe des Waldreiters berichtet, die Sendung mit dem Untertitel „Zwischen Prävention und Polizei“ am 9. April auf NDR ausgestrahlt.

Mit personellen Entscheidungen endet die Tagesordnung der Mitgliederversammlung: Friedhelm Simon wurde zum neuen Schriftführer gewählt, Klaus Edler übernimmt künftig das Amt des Kassenprüfers. Zum Abschluss bedankte sich Herr Bendfeldt bei allen Mitgliedern und Gästen für ihr Engagement mit zuversichtlichem Blick auf das kommende Vereinsjahr.

Monika Mohrdieck

Die Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf“ e.V. ( BISG) lädt wieder alle Interessierten ein, an einer Beobachtungstour durch den Ort teilzunehmen.

„Wer einmal miterleben möchte, wie wir unsere Beobachtungsgänge durchführen, hat dazu jetzt Gelegenheit“, erklärte Hans-Jürgen Bendfeldt, Vorsitzender der BISG. „Ich empfehle allerdings, sich der Witterung entsprechend zu kleiden, da die Touren in den Abendstunden stattfinden.“ An drei aufeinander folgenden Tagen können alle Großhansdorfer neugierig, unverbindlich und ohne Anmeldung an einer der Touren teilnehmen.
Die Touren finden jeweils um 18.00 Uhr statt und starten in Gruppen an den Großhansdorfer U-Bahnhöfen. Die BISG- Mitglieder freuen sich auf alle Interessierten und sind gut an ihren grünen Westen zu erkennen. Die Dauer der Rundgänge beträgt etwa eine Stunde.

Termine der Schnuppertouren:
Di. 27.10.2026 ab 18:00 Schnuppertour Bahnhof „Kiekut“
Mi. 28.10.2026 ab 18:00 Schnuppertour Bahnhof „Großhansdorf“
Do. 29.10.2026 ab 18:00 Schnuppertour Bahnhof „Schmalenbeck“

Damit das auch künftig so bleibt, freuen wir uns über jedes neue Mitglied. 
Wer sich gern an der frischen Luft bewegt, soziale Kontakte schätzt und unsere Gemeinde auf sinnvolle Weise unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, einmal unverbindlich hereinzuschnuppern“, wirbt Bendfeldt für die Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins.